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Mai-Neuheiten

Epoche hat die zweite Gruppe seiner 2010er Neuheiten an den Fachhandel ausgeliefert. Mit dabei war das letzte Modell aus 2009, das wegen eines Lieferanten-Engpasses sieben Monate lang im halbfertigen Zustand unser Lager hüten mußte. Oh Wunder: Obwohl der Artikel 10415 seit der Messe 2009 zunächst neun Monate lang planmäßig angekündigt und dann weitere sieben Monate lang außerplanmäßig nicht lieferbar war, gingen ständig weitere Vorbestellungen darauf ein. Die sind nun abgearbeitet, und es wurde zusätzlich ein kleiner Vorrat angelegt für diejenigen Sammler, die ein Modell erst nach Besprechung in „ihrer“ Zeitschrift beim Händler nachfragen. Das gelingt zwar nicht immer, aber diesmal hat’s geklappt. Sind 16 Monate etwa die Vorbestellzeit, bei der ein Hersteller heutzutage den realistischen Bedarf erfährt?

 

Folgende weiteren Modelle wurden ausgeliefert:

 

07302 Matador 1to „Rothaus Bier“. Dieses Fahrzeug war, wie viele unserer Vorbilder, in der Werkszeitschrift „Tempo-Kurier“ abgebildet. Natürlich schwarz-weiß, aber welche Farbe erwartet man, wenn das Bier Rothaus heißt? Im Prinzip rot; doch das Auto gehörte nicht der Brauerei, und die Bilder sind schwer zu deuten, weil in die frühe Nachkriegszeit der Wechsel von orthochromatischen zu panchromatischen Schwarzweißfilmen fiel. Wir hatten das Glück, noch die Witwe des Bierhändlers ausfindig zu machen, die uns bestätigte: Der Wagen war bereits damals im korrekten Auftritt der badischen Staatsbrauerei lackiert. Die Bierniederlage Ziebold aus der Schwarzwaldstraße in Freiburg, das zeigt schon das Foto, war nur auf der hinteren Ladebordwand zu erkennen. „Sein schlechtester Kunde ist er selber nicht – natürlich nur nach Feierabend!“, notierte der „Kellen-Heinrich“, der Reporter des Tempo-Kuriers, über Ziebold. Diesen Spitznamen zog er sich zu, da er im Auftrag des Werkes durch die gesamte damalige Bundesrepublik fuhr und Tempo-Fahrzeuge, die ihm interessant erschienen, überholte und durch Schwenken einer Kelle aus dem Wagenfenster zum Foto-Halt veranlaßte. Seinen wirklichen Namen erfuhren die Leser nie. Auf der Kelle befand sich das runde, blau-gelbe Tempo-Zeichen.

 

07402 Matador 1to „Deutschlandfahrt“. Während heute die „Historische Deutschlandfahrt für Nutzfahrzeuge“ in den Jahren der Nfz-IAA bekannt ist, war die ursprüngliche Veranstaltung ein wichtiges Werbemittel für die aktuelle Produktion. Auf den uns vorliegenden Fotos von 1950 eilt die Tempo-Werksmannschaft mit drei Hanseaten und drei Matadoren, beladen mit Betonklötzen, über Schwarzwaldpässe zum Klassensieg. Da die Tieflader serienmäßig kein Reserverad hatten, schraubte man ihnen einen Halter an die Ladebordwand.

 

08511 Hanseat „Jugendfeuerwehr“. Nur wenige Jugendwehren besaßen überhaupt Fahrzeuge für ihre Ausbildung, und meist waren es mit viel Eigenarbeit umgebaute Altfahrzeuge von Spendern. Unser Modell gehört mit seiner Rundum-Kennleuchte in die Zeit nach 1960; vom Alter des Wagens eher nach 1965. Dann aber bereichert es jedes Feuerwehr-Diorama, egal ob ein Fest, ein Umzug oder eine Übung dargestellt ist.

 

09132 Matador 1400 „Chérie-Bar“. Auch dieses Modell zeigt eine Zweitverwendung, denn einen solchen Auftritt hätte es im Baujahr kaum gegeben. An markanter Stelle auf der Anlage geparkt, erinnert der Wagen an die angenehmen Seiten des Lebens (also Modellautos).

 

09409 Matador 1400 „Horstmann & Co.“. Dieses Fahrzeug in passendem Gärtner-Grün lief bei einer Baumschule in Elmshorn. Ungewöhnlich ist dabei nicht nur die Plane für eine eigentlich regenunempfindliche Ladung, sondern auch der steigende Schriftschatten. Mehrere Fotos belegen aber diesen Sachverhalt.

 

10158 Matador I „Piz Buin“. Sonnencreme bildet Teil 1 unserer Sommer-Trilogie. Das Vorbildfahrzeug befand sich gerade in der Werkstatt der Mannheimer Vertretung Alfred Blauth, als dort Aufnahmen zum 30jährigen Betriebsjubiläum gemacht wurden. Diese wurden in ein Jubiläumsprospekt verarbeitet, in dem – sowas passiert halt – leider keine Jahreszahl angegeben ist! Da aber alle Tempos und Unimogs in der Halle weiße Kennzeichen haben, müssen die Aufnahmen nach August 1957 entstanden sein. Erreicht hat uns das Dokument aus dem Archiv der Gebrüder Bandy, Bad Rothenfelde, bestens bekannt in der Tempo-Szene, wohin es vor Jahrzehnten über die Veterama gelangte. Die Rekonstruktion unterstützt hat auch die Firma Cilag, Mutter des Piz-Buin-Herstellers Greiter in Zug/CH. Allen einen herzlichen Dank!

 

10417 Matador „Kurverwaltung“. Teil 2 unserer Sommertrilogie bringt, wie zum Beispiel auf Norderney geschehen, Strandkörbe aus dem Winterquartier. Auf Sylt ist das Modell ohne die dort unüblichen Gitter erhältlich (nur solange Vorrat reicht!).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10608 Matador I „Langnese Eiskrem“. Teil 3 der Sommertrilogie ist ein Tiefkühlwagen mit Eis im Auftritt der soeben von Unilever übernommenen Marke. Die Markise ist bereits zu sehen, aber noch dominiert die alte Schrift in der Schleife. Wenn dieser Sommer nicht schön wird, dann liegt es nicht an Epoche!

 

11104 Unimog „Milchanlieferung“. Ganze Warteschlangen solcher Gespanne bildeten sich morgens vor den Molkereien, wie wir im Bildarchiv von Ralf Maile sehen konnten. Da wir aber wissen, wie allergisch Autosammler manchmal auf Zehnersets reagieren, bieten wir den Artikel einzeln an. Der Unimog trägt allseitig den Markenschriftzug, und die Milchkannen sind alufarben lackiert.

 

Der Unimog mit Ackerreifen 11044 muß leider noch etwas warten, da die Form nicht ganz fertig ist. Dafür kommt der oben erwähnte Matador I der Deutschen Metalltürenwerke mit seinem Spezialgestell zum Transport von 10 Garagentoren, geätzt, gebogen, gelötet, lackiert und bedruckt.